Fuß am Mund klein


Fuß am Mund klein

Artikel-Nr.: 054[1]

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Maße: ca. 11 cm höhe

Anthropomorphe Figur „pe-na-boca“ (Fuß am Mund), Nachbildung archäologischer Funde aus der präkolumbianischen Marajo-Kultur (ca. 800-1400 n.C.)

Ca. 16cm hohe, weibliche Figur, deren zahlreiche Details sowohl im Relief, als auch durch Gravuren dargestellt werden: Ohren, Nase, Augen und Mund im Relief, teilweise durch Gravuren zusätzlich hervorgehoben, auf dem Kopf eine stilisierte Kopfbedeckung, die sich im Nacken bis zur Hüfte fortsetzt, Brüste im Relief, Bauchnabel als Gravur, Geschlechtsorgan tief eingeschnitten, ausgeprägte Gesäßbacken; den linken Fuß an den Mund geführt, von beiden Händen gehalten, Arm- und Knöchelbänder als Gravuren. Rote und schwarze Bemalung auf weißem Ton. Bei 800-1000°C in offenem Holzfeuer gebrannt. Manchmal enthielten diese innen holen Figuren auch Steinchen, wahrscheinlich zum Gebrauch als Rassel.

Kunsthandwerkerin: Keramik – Hosana

Die Insel Marajo im Delta des Amazonas beherbergte von ca. 400 bis 1300 nach Christus eine indigene Kultur, über die heute nur archäologische Funde Auskunft geben.

Über die Welt am Amazonas vor der europäischen Eroberung können wir uns sonst nur noch aus Reiseberichten der Europäer eine Vorstellung machen. Man geht davon aus, daß das Ufergebiet des Amazonas und seiner Zuflüsse relativ dicht besiedelt war, für die Insel Marajo schätzt man die Einwohnerzahl auf 100.000 bis 200.000 Menschen.

Die historische Keramik der Insel Marajo ist mit einer ausgeprägten grafischen Symbolik gestaltet, die an die Lebenswelt ihrer Schöpfer angelehnt scheint. So finden sich zahlreiche, vor allem aus der Tierwelt der Insel abgeleitete und teilweise sehr stark abstrahierte Zeichen. Ein Beispiel dafür ist der Skorpion und daraus abgeleitete Zeichen:

Die Reduktion der Zeichen geht in diesem Fall so weit, daß auf einigen Objekten nur noch zwei parallele Linien für den Skorpion bzw. den mit ihm symbolisierten Inhalt stehen.

Man konnte bislang 52 Zeichen identifizieren, die immer wieder in verschiedenen Kombinationen verwendet werden, deren Sinn aber heute nicht mehr bekannt ist. Mit dem Verschwinden der Menschen der Marajo-Kultur ist auch das Verständnis für diese Zeichenwelt verschwunden.

Beeinflußt durch eine archäologische Ausstellung in den 1970er Jahren haben lokale Kunsthandwerker begonnen, Nachbildungen archäologischer Funde herzustellen und zoomorphe Elemente, wie sie auf historischen Objekten nachgewiesen wurden, auf ihren Arbeiten zu verwenden.

Quelle: SCHAAN, Denise Pahl. Iconografia Marajoara: Uma abordagem estructural. En Rupestre/web, http://members.tripod.com.co/rupestreweb/schaan.html

 

 

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